Trauer

 



Bestattungsarten


Schon nach antiken Vorstellungen waren die vier Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer die Bestandteile des Weltalls in physischer und geistiger Hinsicht.

Aus der Tradition heraus den Körper des Verstorbenen den Elementen Erde, Feuer oder Wasser zurückzugeben, sind entsprechend dem Wunsch des Verstorbenen, folgende Bestattungsarten zu unterscheiden: Erd-, Feuer- und Seebestattung.

Die Erdbestattung - in unserem Kulturkreis die geläufigste Bestattungsart - vermittelt uns ein Gefühl von noch verweilender Nähe zum Verstorbenen und Erdverbundenheit. Das Grab wird zum Zielpunkt für Besuche und gewährt eine stille und persönliche Form der Kommunikation mit dem Verstorbenen.

Im Spannungsfeld zwischen Licht, Wärme und Zerstörung empfinden die Menschen die Symbolkraft des Feuers. Es zählt zu den religiösen Ursprüngen der Menschheit und die Tradition der Feuerbestattung läßt sich ca. 9000 Jahre zurückverfolgen. Mit ihr verbindet sich der Gedanke, die körperliche Existenz abzulegen und den Übergang in eine andere Daseinsform zu vollziehen.

Mit der Rückkehr zum Wasser - die Grundlage allen Lebens auf der Erde - wird auch die Rückkehr zur Quelle des Lebens symbolisiert. Immer öftes nutzen deshalb die Menschen die Seebestattung.

 

Bei der Bestattungsart ist der Wunsch des Verstorbenen zu berücksichtigen. Die nächsten Angehörigen des Verstorbenen haben die sogenannte Bestattungspflicht und bestellen die Bestattung im Sinne des Verstorbenen.

Bei der in unserer Region am weitesten verbreiteten Bestattungsart wird der Verstorbene in einem Sarg in einer Grabstelle auf dem Friedhof beigesetzt. Es gibt verschiedene Arten von Gräbern: Reihen- oder Wahlgrabstellen. Die Lage, Größe, Laufzeit, Gebühren und weitere Details legen die Friedhofsverwaltung in ihrer Friedhofssatzung fest.

Wie der Name schon sagt wird in einem Reihegrabfeld immer der Reihe nach bestattet. Es können keine Grabstellen freigehalten werden und nach Ablauf der Ruhefrist nicht Nacherworben werden. Die Grabpflegeverpflichtung liegt bei den Angehörigen. Nachdem die Ruhefrist des letzten Grabes auf dem Feld abgelaufen ist, wird das Gräberfeld eingeebnet und wiederbelegt.
Eine Sonderform des Reihengrabes ist das Erdgemeinschaftsfeld. Hier wird die Grabstelle sofort eingeebnet und mit Rasen versehen. Steinplatten mit den persönlichen Daten der Verstorbenen erinnern an diese. Die Pflegeverpflichtung liegt hier beim Friedhofsträger.

Wahlgräber oder auch Gruft genannt können eine oder mehrere Stellen haben. Nach Ablauf des Nutzungsrechtes an der Grabstelle (je nach Friedhof zwischen 25 und 30 Jahren) besteht die Möglichkeit dieses zu verlängern. Auch bei einer weiteren Beisetzung auf einer solchen Grabstelle muß die Ruhezeit eingehalten werden und das Nutzungsrecht dementsprechend nacherworben werden.

Bei der Feuerbestattung wird der Verstorbene mit dem Sarg im Krematorium eingeäschert. Die Aschenreste werden nach der Einäscherung in eine Urnenkapsel gefüllt und auf Wunsch in einer Schmuckurne auf einem Friedhof beigesetzt.
Zur Einäscherung ist eine Willenserklärung notwendig, dass der Verstorbene eingeäschert werden wollte. Hat der Verstorbene eine solche handschriftliche Willenserklärung nicht selber hinterlassen, können die nächsten Verwandten (1. und 2. Grades) diese Erklärung abgeben.
Jeder Verstorbene wird vor der Kremierung nochmals durch einen unabhängigen Amtsarzt untersucht um ein Fremdverschulden auszuschließen.

Wie bei der Erdbestattung gibt es auch bei der Feuerbestattung verschiedene Grabarten. Man unterscheidet hier wie schon bei den Erdbestattungsgräbern zwischen Urnenreihen-, Urnengemeinschaft-, und Urnenwahlgräber, die aber im Gegensatz zur Erdbestattung viel kleiner sind.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Trauerfeier- und Bestattungsarten.
Oft wird erst die Trauerfeier mit dem Sarg durchgeführt und nach der Einäscherung findet die Urnenbeisetzung dann je nach Bestattungswunsch statt.
Es kann aber auch erst die Einäscherung erfolgen und dann die Trauerfeier mit der Urne.

Bei der Seebestattung wird eine spezielle Seeurne mit der Asche des Verstorbenen außerhalb der Drei-Meilen-Zone ins Meer gelassen. Es gelten die Voraussetzungen wie bei der Feuerbestattung.
Der Verstorbene sollte eine besondere Beziehung zum Meer gehabt und dies auch handschriftlich hinterlassen haben.
Bei der Seebestattung können Sie den Ort der Beisetzung wählen. Oft sind es Ost- oder Nordsee, aber auch z.B. das Mittelmeer kann gewünscht werden. Wenn Angehörige bei der Seebestattung mitfahren möchten, ist dies möglich. Allerdings ist dann mit höheren Kosten gegenüber der stillen Seebestattung zu rechnen.

Nach der Beisetzung erhalten die Angehörigen eine Kopie der Seekarte mit exakter Positions- und Zeitangabe der Bestattung sowie einen Auszug aus dem Logbuch des Schiffes.

Die Handhabe der anonymen Bestattung - bei der Grabstätten grundsätzlich keine persönliche Kennung haben - ist abhängig von den Bestimmungen auf den jeweiligen Friedhöfen, über die wir Sie gerne informieren.

Bei anonymen Grabstellen wird auch zwischen Erd- und Feuerbestattung unterschieden. Auf vielen Friedhöfen ist es nicht möglich das Angehörige an der Bestattung teilnehmen. Sie erfahren auch im Nachhinein nicht den genauen Ort.
Auf Friedhöfen wo es möglich ist, an der Beisetzung teilzunehmen, wird darum gebeten, keine Blumen mitzunehmen, da diese nicht auf das Grab gelegt werden können. Blumen und Kränze auf einigen wenigen Friedhöfen an einen zentralen Ort abgelegt werden.

Bei der Weltraumbestattung wird nach der Einäscherung des Verstorbenen ca. 7 g der Asche in eine kleine Kapsel gefüllt und mit einer Rakete in den Weltraum geschickt. Die Kapsel umkreist mehrmals die Erde und wird dann beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Die restliche Asche des Verstorbenen wird meistens anonym auf der Erde beigesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie bei einem persönlichen Gespräch.

Seitdem bei Kassel der erste Wald für Baumbestattungen (Friedwald) eröffnet wurde, ist es möglich, die Urne mit der Asche eines Verstorbenen in den Wurzelbereich eines Baumes im Wald beizusetzen. Mitlerweile gibt es verschiedene Friedwälder, Ruheforste und auch Friedhöfe die eine solche Bestattungsform anbieten.

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In der Schweiz ist es möglich die Asche des Verstorbenen auf einer Streuwiese, Alm oder Bergbach zu verstreuen.
In Deutschland gibt es mitlerweile auch Friedhöfe die Aschenverstreuung anbieten. Aufgrund der Gesetzeslage in Deutschland muss der Verstorbene die Verstreuung seiner sterblichen Übereste auf jeden Fall schriftlich hinterlassen haben.

Bei dieser Bestattungsart wird die Asche des Verstorbenen aus einem Heißluftballon, Flugzeug oder einem Helikopter über geeignetem Gebiet verstreut.

Die Asche des Verstorbenen wird mit Zement vermischt und in grosse Betonteile gegossen. Diese Teile sind Kirchenglocken ähnlich angelegt und mit grossen Löchern versehen. Nach der Aushärtung werden die Betonteile vor der Küste Floridas versenkt und bilden ein neues künstliches Riff.
Nach wenigen Monaten besiedeln Korallen, Fische und viele andere Meeres-Lebewesen das so neu entstandene Riff.

Bei der Diamantenbestattung wird aus einem kleinen Teil der Asche des Verstorbenen der darin enthaltene Kohlenstoff gewonnen. Unter sehr hohem Druck und hoher Temperatur wird dieser dann zu einem Diamanten gepresst. Der Diamant oder auch die Diamanten werden je nach Wunsch geschliffen und den Angehörigen dann überreicht.


 
  (c) by Frank Armonat